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SHG GIST NÜRNBERG-WÜRZBURG 2009

Das Jahr 2009 war in der Selbsthilfegruppe Nürnberg-Würzburg vom Wandel und Gruppenfindung geprägt. Anfang des Jahres gab Wilfried Jeworutzki die Leitung der Gruppe an mich ab. Als Wilfried meinte er würde mich bei dem Übergang begleiten, erleichterte dies meine Entscheidung die Gruppenorganisation zu übernehmen. Diesen gemeinsamen Weg beschritten wir leider nur sechs gemeinsame Monate bis Wilfried im Sommer viel zu früh verstarb. Die kommenden Monate zeigten jedoch wieviel Kraft und Gemeinschaft eine Selbsthilfegruppe spenden kann, um die Trauer des  Abschiedes von einem Freund zu überwinden.

 

Eine offizielle Startveranstaltung für die auf den Raum Würzburg erweiterte Selbsthilfegruppe, fand mit einem Informationsabend in den Barockhäusern am 22. April statt. In enger Kooperation von Frau Dr. Krajinovic vom Zentrum für Operative Medizin des Universitätsklinikums Würzburg und Markus Wartenberg vom Lebenshaus e.V. wurden die rund 50 anwesenden Betroffenen und ihre Angehörigen, vom GIST Kompetenzteam um Prof. Germer über die Besonderheiten einer GIST Erkrankung bei der radiologischen Diagnose (Dr. Kenn), Möglichkeiten der chirurgischen Entfernung eines Tumors (Dr. Krajinovic) und der onkologischen Nachbehandlung (Dr. Kunzmann) auf den neuesten Stand gebracht. Dieser gelungene Abend wurde durch die Moderation und den einleitenden Überblick von Markus Wartenberg vom Lebenshaus e.V.  abgerundet.

 

Das erste Treffen der Gruppe im Jahr 2009, fand im  Mai mit der Unterstützung von Frau Dr. Krajinovic im Selbsthilfehaus Würzburg in der Scanzonistraße 4 statt. An diesem Abend stand ein erstes Kennenlernen aller neuen und „erfahrenen" Teilnehmer im Vordergrund. Dabei zeigte sich, dass zumeist der Wunsch nach einem persönlichen Austausch mit anderen Betroffenen und das Bedürfnis nach fachlichen Informationen aus den Bereichen: Chirurgie, Onkologie, Ernährung, Psychoonkologie, Sport/Entspannung und Pharmazie den Anwesenden für die kommenden Treffen am Herzen liegt. Dem Wunsch nach Chirurgischen Fachinformationen kam Dr. Krajinovic sogleich nach und stand den Fragen im Bereich Nachsorge und Entfernung von Rezidiven Rede und Antwort.

 

Beim zweiten Treffen in Nürnberg, im KISS (Frauentorgraben 69), stand der persönliche Austausch im Vordergrund. So berichtete jeder Teilnehmer von seiner Erkrankungsgeschichte und wie es ihm derzeit ergeht. Zum Abschluss planten wir den Sommerausflug, der uns bei schönstem Sommerwetter am 25. Juli in das Weindorf Iphofen führte. Nach einem gemeinsamen Mittagessen, besichtigten wir das von alten Fachwerkhäusern geprägte Weindorf und besuchten das Ortsmuseum, in dem wir Kunstwerke der Kabinettscheiben und Gipsabgüsse von Weltkulturen von Ägypten, über die Antike bis zu den Osterinseln bestaunten.

 

Im Oktober stellte uns die Psychoonkologin Luitgard Jany Auszüge aus ihrem Krankheitsbewältigungsprogramm „Aktiv leben trotz Krebs" vor. Den Titel wählte Frau Jany bewusst, um der Verleugnung von Krebs entgegen zu treten und stattdessen mit aktiver Bewältigung und Heilung zu verbinden, wie sie ja bei vielen Krebserkrankungen heutzutage möglich ist. Schließlich würden mehr als fünfzig Prozent der Betroffenen geheilt werden. Auch erläuterte sie die Bedeutung der aktiven Konfrontation mit der Erkrankung, wie es durch den Besuch einer Selbsthilfegruppe der Falls ist, um möglichen Folgen einer Angsterkrankung vorzubeugen. Auch legte sie dar, wie überlebenswichtig ein gewisses Maß an Angst als Schutzmechanismus sei und ein 100-tägiger Schockzustand nach einer Krebsdiagnose eine normale Reaktion des Körpers sei, da für viele eine Erkrankung ein Sturz aus der Wirklichkeit ist. Gerade der aktive Austausch mit nahestanden Mitmenschen und die Klärung der Sinnfrage nach einer Erkrankung seien demnach für Frau Jany Wege aus einer passiven Haltung und zurück in eine Verantwortung übernehmende Lebenseinstellung.

 

Weitere Möglichkeiten der aktiven GIST-Bewältigung zeigte unsh unser Novembergast, der Onkologe Dr. Kunzmann am 25. November beim letzten Treffen in diesem Jahr im Frauentorgraben 69 in Nürnberg auf. Hier sprachen wir gemeinsam über den passenden Weg einer geeigneten GIST- Nachsorge.

 

Michael Schmitt

(SHG Nürnberg-Würzburg)

 

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