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Welche Dosisgaben bei Imatinib und Sunitinib sind optimal?

5. Imatinib: Dosierungs-Vergleich 400 mg vs. 800 mg

Abstract 10004 (Van Glabbeke, USA)

 

Comparison of two doses of Imatinib for the treatment of unresectable or metastatic gastrointestinal stromal tumors (GIST): A meta-analysis based on 1,640 patients

 

In dieser Metaanalyse wurde die Gabe von 400mg/Tag mit der Gabe von 800mg/Tag Imatinib zur Behandlung von inoperablem oder metastasiertem GIST verglichen. Der Zahlenvergleich der beiden Phase III Studien EORTC 62005 und SWOG S0033, in die 1640 Patienten eingeschlossen waren, zeigte, dass beim durchschnittlichen Gesamtüberleben keine der beiden Dosierungen - 400mg vs. 800mg Imatinib - einen Vorteil gegenüber der anderen hatte. Beim durchschnittlichen, progressionsfreien Überleben zeigte sich jedoch ein deutlicher Vorteil von 800mg gegenüber 400mg. Die Patienten wurden durchschnittlich 45 Monate lang beobachtet.

Patienten mit einer Exon 9-Mutation haben unter der 800mg/Tag Imatinib-Dosierung deutlich später einen Rückfall als die Vergleichsgruppe mit 400mg. Es gab jedoch keinen Unterschied im Gesamtüberleben.
Fazit: Die vorliegende Meta-Analyse der beiden Studien liefert einen eindeutigen Beweis dafür, dass der progressionsfreie Überlebensvorteil in der Hochdosis-therapie mit 800 mg vom Mutationsstatus abhängt. Exon-9-Patienten profitieren am meisten. Für bekannte Exon-9-Patienten wurde daher auf dem ASCO die 800 mg Dosierung empfohlen, die nun auch in den NCCN-Guidelines verankert werden soll.

PDF Originaltext in Englisch [PDF, 119,25 KB] 

6. Sunitinib Malate (SU): Vergleich zweier Dosierungs-Schemata

Abstract 10015 (S. George, USA)

 

Continuous daily dosing (CDD) of Sunitinib malate (SU) compares favourably with intermittent dosing in patients with advanced GIST.

 

Sunitinib (SU, Sutent ©) ist seit 2006 in vielen Ländern als Therapie für GIST-Patienten zugelassen, die auf Imatinib nicht (mehr) ausreichend ansprechen oder die das Medikament nicht vertragen.

In dieser multizentrischen Phase II Studie wurde bei 61 Patienten die durchgehende, tägliche Gabe von 1 x 37,5mg Sunitinib verglichen mit dem derzeit zugelassenen 6-Wochen-Schema, d.h. die vierwöchige Gabe von 50 mg Sunitinib mit einer jeweiligen Pause von zwei Wochen. Jeweils die Hälfte der Patienten nahm das Medikament morgens zu sich, die andere abends. Primärer Endpunkt der Studie war der klinische Nutzen für die Patienten. Durchschnittlich lebten die Patienten der „durch-gängigen" Studiengruppe 34 Wochen ohne Rückfall, im Vergleich zu 25 Wochen im derzeit zugelassenen, „unterbrochenen" Dosisschema. Während der Studie wurde bei 25% der Teilnehmer wegen unerwünschter Nebenwirkungen eine Dosisreduktion auf 25 mg/Tag vorgenommen, bei 53% eine Therapieunterbrechung. Die Nebenwirkungen der durchgängigen Gabe waren mit denen des zugelassenen Therapieschemas vergleichbar.
Fazit: Sunitinib wird von GIST-Patienten, die gegen Imatinib Resistenzen gebildet haben oder gar nicht mehr vertragen, im Allgemeinen gut toleriert. Die kontinuierliche, tägliche Sunitinib-Gabe von 37,5 mg/Tag ist in Bezug auf Wirksamkeit und Nebenwirkungen vergleichbar mit dem zugelassenen Dosierungsschema, das bei 50mg/Tag jeweils nach 4 Wochen 2 Wochen Pause vorsieht. Es erscheint unerheblich, ob Sunitinib morgens oder abends eingenommen wird. Aufgrund der hohen Therapieunterbrechungsraten sollte Sunitinib immer erst nach optimierter Imatinib-Therapie gegeben werden.

PDF Originaltext in Englisch [PDF, 100,31 KB] 


 

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