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ERNÄHRUNG

Gibt es eine bestimmte Art von Diät, die GIST-Patienten einhalten sollten?

Nein, eine GIST-Diät in dem Sinne gibt es überhaupt nicht. Natürlich muss man berücksichtigen, was operativ gemacht wurde:

 

Speiseröhrenentfernung (Magenhochzug)

Magenentfernung / Magenteilentfernung

 

Verstopfung

Durchfällen

Stoma Anlagen

Blähende Lebensmittel

 

Das sind die wichtigsten Grundsätze, aber alle Patienten brauchen eine Ernährungsberatung, die auf ihre individuelle Situation zugeschnitten ist.

 

Alle Tipps von:

H.J. Mestrom

Klinik Bergisch-Land

Wuppertal-Ronsdorf

 

Aber eine „GIST-Diät", die gibt es nicht. Allein aufgrund der Diagnose GIST muss man die Ernährung nicht umstellen. Das Gleiche gilt auch für Patienten, die gar nicht operiert werden können, sondern gleich mit Glivec® behandelt werden. Auch sie müssen ihre Ernährung aufgrund der Diagnose GIST nicht umstellen.

Natürlich sollten GIST-Patienten - genauso wie gesunde Menschen - auf eine ausgewogene Ernährung achten.

 

PDF „Die schönen S(Z)eiten des Lebens" [PDF, 281,72 KB] 

 

Aber eine spezielle GIST-Diät gibt es genauso wenig wie es irgendeine Form von Krebserkrankungsdiät gibt.

Häufig wird Tumorpatienten geraten, Nahrungs-ergänzungsmittel zu nehmen, z.B. bestimmte Vitamine, Mineralstoffe oder Spurenelemente wie Selen. Was halten Sie davon?

Es gibt keine ausreichenden wissenschaftlichen Beweise, dass solche Nahrungs-ergänzungsmittel wirklich sinnvoll sind und irgendeinen Einfluss auf den weiteren Verlauf der Erkrankung oder auf das allgemeine Befinden haben. Besonders was Vitamine angeht: eine gesunde, ausgewogene Kost mit viel Obst und Gemüse enthält genug Vitamine, um den normalen Tagesbedarf zu decken. Es gibt keinen wirklichen Grund, teure Ergänzungspräparate zu kaufen. Also, wir sind da insgesamt sehr zurückhaltend und würden das nicht aktiv empfehlen.

Gibt es Lebensmittel, die sich mit Glivec® nicht vertragen?

Grundsätzlich muss man berücksichtigen, dass Glivec® über die Leber verstoffwechselt wird. Insofern sind alle Nahrungsmittel und viele Medikamente potentiell dazu in der Lage, den Stoffwechsel von Glivec® zu beeinflussen. Das kann immer in zwei Richtungen geschehen: Es kann sein, dass der Abbau von Glivec® verringert wird, dann würde der Glivec®-Spiegel im Blut ansteigen. Das kann unter Umständen zu etwas mehr Nebenwirkungen führen. Grapefruit kann diese Wirkung haben, darum Vorsicht bei Grapefruit und Grapefruitsäften. Wenn jemand hin und wieder mal eine halbe Grapefruit isst, dann ist dagegen nichts zu sagen, aber größere Mengen sollte man vermeiden.

Viel problematischer ist, wenn der Abbau von Glivec® durch ein Nahrungsmittel oder ein Medikament beschleunigt wird. Das würde zur Folge haben, dass der Glivec®-Wirkspiegel im Blut abnimmt. Dann besteht die Gefahr, dass Glivec® gar nicht richtig wirkt. Das nur scheinbar harmlose Johanniskraut kann den Plasmaspiegel von Glivec® senken. Patienten, die Glivec® nehmen, sollten Johanniskraut (z.B. Tees oder Tabletten gegen depressive Verstimmungen) meiden.

 

Zum Thema Wechselwirkungen, Patientenratgeber S. 44 ff.

Hemmt Milch die Aufnahme von Glivec®?

Milch beeinflusst die Resorption nicht. Es gibt manche Medikamente, die durch das Calcium in der Milch gebunden und nicht gut aufgenommen werden, aber für Glivec® ist mir so etwas nicht bekannt.

Zu welcher Mahlzeit sollte Glivec® am besten eingenommen werden?

Glivec® sollte nicht auf nüchternen Magen, sondern mit oder nach einer Mahlzeit eingenommen werden. Patienten, die das Medikament einmal am Tag einnehmen, nehmen es üblicherweise nach dem Frühstück. Es gibt aber auch Patienten, die vertragen es besser, wenn sie es mit/nach dem Abendessen einnehmen. Für die Wirksamkeit ist das vollkommen egal. Man sollte Glivec® nur regelmäßig zur gleichen Zeit nehmen. Entweder man nimmt es morgens, mit/nach dem Frühstück oder man nimmt es abends, dann mit/nach dem Abendessen. Patienten, die das Medikament zweimal am Tag einnehmen, weil sie eine höhere Dosis nehmen, die nehmen natürlich automatisch die eine Dosis mit/nach dem Frühstück und die andere mit/nach dem Abendessen.

Glivec® und Alkohol: geht das zusammen?

Es gibt keine Interaktionen zwischen Alkohol und Glivec®. Was beispiels-weise die Fahrtüchtigkeit angeht, da ist nur der Alkohol als solcher zu berücksichtigen. Aber Alkohol schädigt natürlich in entsprechender Menge die Leber. Patienten, die Glivec® nehmen, sollten Alkohol darum nur in geringen Mengen zu sich nehmen. Aber die Aussage, die immer wieder verbreitet wird, man dürfe überhaupt keinen Alkohol zu sich nehmen, stimmt natürlich nicht. Alkohol in Maßen genossen - sprich: hin und wieder mal ein Glas Sekt, Wein oder Bier - ist vollkommen in Ordnung.

Also auch Patienten mit Lebermetastasen dürfen zum Geburtstag mal ein Glas Sekt trinken?

Selbstverständlich! Wie gesagt: Alkohol in Maßen hin und wieder mal ist vollkommen okay.

 

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