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RICHTIGE DIAGNOSE GIST

Erna P. (68) aus Braunschweig kommt strahlend aus ihrem Garten. Sie legt die gerade geschnittenen Blumen auf den Tisch, setzt sich in den Gartenstuhl und beginnt uns gut gelaunt ihre Krankheitsgeschichte zu erzählen. Frau P. hat die Diagnose GIST(Gastrointestinale Stromatumoren) und ist froh darüber. Natürlich nicht darüber, einen seltenen Magen-Darm-Tumor zu haben, sondern über die Tatsache, endlich - nach fast 10 Jahren Leidensweg - die richtige Diagnose und die richtige Therapie zu haben. Heute geht es ihr gut - doch das war nicht immer so.

Im Sommer 1994 fühlte sich Erna P. irgendwie schlapp und kränklich. Sie ging zu ihrem Hausarzt, um sich untersuchen zu lassen. Dieser entdeckte während des Ultraschalls eine Art Wucherung im Magen-Darm-Bereich und überwies Frau P. sofort in die Onkologie einer regionalen Klinik. Hier wurde, nach weiteren Untersuchungen, ein Tumor am Darm - damals ein so genannter „Maligner Peripherer Nervenscheidentumor" - diagnostiziert. „Ab diesem Zeitpunkt begann für mich ein wahrer Weg der Leiden: Vier Operationen, Bestrahlung und medikamentöse Therapien", erinnert sich Erna heute, „musste ich damals durchmachen - doch alle Maßnahmen halfen nur kurzzeitig oder gar nicht. Bei der vierten Operation Mitte 2000 änderte man die Diagnose auf Leiomyosarkom. Hinzu kamen irgendwann Metastasen - also Tochtergeschwülste in der Leber. Ich sprach damals sehr offen mit meiner Familie und begann mit dem Leben abzuschließen."

 

Wie manchmal in solchen Situationen kam Erna P. der Zufall zur Hilfe. Ihre Schwiegertochter recherchierte im Internet und fand zufällig Hinweise auf einen Magen-Darm-Tumor namens GIST. „Ich fand damals Informationen darüber, dass GIST erst seit kurzem eindeutig diagnostizierbar seien, dass frühere Diagnosen von Tumoren im Magen-Darm-Bereich jetzt häufig als GIST erkannt würden und dass es ein völlig neuartiges Medikament gegen GIST gäbe."

 

Der nächste Arztbesuch führte Erna P. in die Robert-Rössle-Klinik der Charité in Berlin. Hier hatte man bereits viel Erfahrung mit den „alten-neuenTumoren gesammelt, stellte die Diagnose GIST und verschrieb Frau P. das Medikament Glivec®. Seit etwa 2 Jahren nun geht es Erna so richtig gut und die Hobby-Gärtnerin blüht wieder richtig auf. Die Ergebnisse der vierteljährlichen Kontrolluntersuchungen in Berlin zeigen eine weitgehende Rückbildung der Tumoren.

 

Hierzu ihr behandelnder Arzt - PD Dr. Peter Reichardt: „GIST (GastroIntestinale Stromatumoren) sind bösartige Weichteiltumoren (Sarkome) im Magen-Darm-Trakt, die erst seit wenigen Jahren eindeutig diagnostiziert werden können. Zwei Hauptkriterien sind entscheidend: Zum einen die Lokalisation des Tumors und zum anderen der Nachweis von c-KIT (CD 117) auf den Tumorzellen. Im Rahmen neuerer und differenzierterer Diagnosemöglichkeiten untersucht man derzeit bundesweit Patienten mit Sarkomen im Magen-Darm-Trakt erneut. Als Ergebnis von solchen Reklassifizierungen, die von erfahrenen Pathologen durchgeführt werden, findet man von 100 Sarkom-Diagnosen etwa 30 als GIST einzustufende Fälle. Rechnet man dies hoch", so Dr. Reichardt, „könnten mehrere Tausend Patienten in Deutschland einen bislang nicht identifizierten GIST haben. Gleichzeitig würden die neuen Diagnose und Therapieoptionen bessere Lebensperspektiven für einen erheblichen Teil dieser Patienten bedeuten."

12 Weichteiltumore (Sarkome), die eventuell als GIST klassifiziert werden könnten:

1) Leiomyom
2) Leiomyosarkom
3) Leiomyoblastom
4) Neurofibrom
5) Schwannom
6) Neurinom
7) Neuriogenes Sarkom
8) Granularzelltumor
9) Maligner mesenchym. Tumor
10) Maligner peripherer
11) Nervenscheidentumor
12) Fibrom


 

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